Tasty Urban ist eine Ghost-Kitchen-Plattform aus Berlin, die virtuelle Food-Brands ausschließlich über Lieferdienste anbietet und dafür mit Partner-Restaurants zusammenarbeitet. Gemma Analytics hat die Restaurant-Abrechnungen, die zweimal im Monat anstehen, mit einer zentralen Datenplattform automatisiert: von den Bestelldaten bis zur zahlungsbereiten Gutschrift in EasyBill.
Die Ausgangslage
Die Marken von Tasty Urban sind auf Lieferdiensten wie Wolt, Lieferando und Uber Eats gelistet. Gekocht wird in unabhängigen Partner-Restaurants, die damit zusätzlichen Umsatz über Delivery machen. Zweimal im Monat rechnet Tasty Urban mit jedem dieser Restaurants ab: Bestellumsatz pro Plattform ermitteln, die Kosten für zentral eingekaufte Zutaten abziehen, Boni für Marketing, Performance und Bewertungen draufrechnen. Am Ende steht pro Restaurant eine Gutschrift mit Anhängen.
Vor dem Projekt war das Handarbeit in Excel. Die Zahlen kamen aus mehreren Quellen: Bestellumsätze von den Lieferplattformen, Wareneinsatz aus einem anderen System, Boni verstreut über verschiedene Stellen. Der Abrechnungstag war langsam und fehleranfällig, und mit jedem neuen Partner-Restaurant wuchs der Aufwand.
Unsere Lösung
Gemma Analytics hat ein zentrales Data Warehouse aufgebaut, das Bestell- und Kostendaten aus allen relevanten Quellen lädt und pro Restaurant und Abrechnungszeitraum zusammenführt. Darauf läuft die Abrechnungsformel automatisch: Bestellumsatz minus Wareneinsatz plus Boni. Eine Gutschrifts-App erstellt daraus für jedes Partner-Restaurant die Gutschrift samt Anhängen.
Das letzte Wort hat Finance. Jede Gutschrift wird geprüft, bevor etwas final wird, und die fertigen Gutschriften gehen samt Anhängen zahlungsbereit an EasyBill. Viel Sorgfalt steckt im Abgleich der Daten. Die Umsatzsteuer hängt zum Beispiel von der Lieferart ab und nicht nur vom Produkt, deshalb berechnet das Modell sie pro Bestellung neu, statt sich auf gelieferte Bruttowerte zu verlassen.
Das Ergebnis
Die Abrechnung läuft jetzt auf Autopilot. Die manuelle Datensammelei ist weg, das spart Tasty Urban 4,5 Personentage pro Monat. Zweimal im Monat wird jedes Partner-Restaurant in einem durchgängigen Lauf abgerechnet, mit Genauigkeit auf Finance-Niveau, weil vor jeder finalen Gutschrift ein Mensch prüft. Und weil alle Bestell- und Kostendaten jetzt an einem Ort liegen, lassen sich Umsatz und Profitabilität viel genauer auswerten als früher.
Tools und Setup
Die Bestelldaten der Lieferplattformen und des Kassensystems werden in Snowflake geladen und mit dbt modelliert. Restaurant-Stammdaten, Produkt- und Umsatzsteuer-Zuordnungen sowie manuelle Korrekturen pflegt das Team von Tasty Urban in Google Sheets, Kostendateien kommen über einen Google-Cloud-Storage-Bucket dazu. Mit Metabase werden die Zahlen kontrolliert, und ein Reverse-ETL-Schritt übergibt die Gutschriften per API an EasyBill. Das Projekt startete Anfang 2025, und Gemma betreut die Datenplattform bis heute.

